Gartentipps im April

Der Garten ist noch ein bisschen grau. Die letzten Monate waren vielerorts ungewöhnlich mild, sonnig und trocken. Die kühleren Phasen im Februar und Anfang März haben das Wachstum der Pflanzen vorerst gebremst – eine positive Entwicklung, denn ein verfrühter Austrieb kann – wenn es plötzlich wieder kalt wird – erhebliche Schäden verursachen. Da es in den letzten Monaten zu wenig geregnet hat, haben es viele Pflanzen lange Zeit nicht gewagt auszutreiben. Die Trockenheit setzt allen Gewächsen sehr zu. Also aufmerksam die Pflanzen beobachten und rechtzeitig wässern.

Die Trockenheit hat andererseits den Vorteil, dass viele Schädlinge uns trotz der warmen Temperaturen in Ruhe gelassen haben. Schnecken und Stechmücken etwa, die zu ihrer Entwicklung auch Feuchtigkeit brauchen, treten kaum auf.

Doch jetzt ist der Frühling selbst bei den größeren Bäumen und Sträuchern angekommen. Grün in allen Farbnuancen, üppiges Laub und Blüten füllen bald den Garten. Faszinierend wie sich die Struktur des Gartens verändert. Die Immergrünen, die im Winter das Bild beherrschten, treten optisch immer mehr zurück. Die sommergrünen Laubgehölze melden sich zu ihrer Führungsrolle zurück. Jetzt sind auch die Gärtner in ihrem Element: Es ist beste Pflanzzeit.

Der April gehört zu den schönsten Monaten im Gartenjahr, denn jetzt entfaltet sich die Natur in voller Farbenpracht. Es ist der perfekte Zeitpunkt, um den Garten neu zu gestalten. Gehölze lassen sich jetzt gut pflanzen, und immergrüne sowie empfindliche Pflanzen können umgesetzt werden. Gleichzeitig beginnt für viele Vögel die Brutzeit, weshalb ein radikaler Rückschnitt von Gehölzen oder das Fällen von Bäumen zum Schutz der Tiere grundsätzlich nicht erlaubt ist.

Der April ist ideal, um Rhododendren und andere immergrüne Sträucher in die Erde zu setzen. Auch Bodendecker und Stauden, die im Sommer oder Herbst blühen, profitieren von einer frühen Pflanzung. Wer Gräser pflanzt, ermöglicht ihnen eine optimale Entwicklung bis zum Herbst.

Für größere Sträucher und Bäume läuft die Zeit: Wer sie noch pflanzen möchte, sollte sich beeilen. Alternativ bieten sich Containerpflanzen an. Auch Kletterpflanzen lassen sich jetzt gut etablieren, ebenso wie Begrünungen für Steingärten oder Trockenmauern.

Zahlreiche Kräuter und Gemüsesorten wie Liebstöckl, Petersilie, Schnittlauch, Blumenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat und Frühkartoffeln sollten spätestens Mitte des Monats in die Erde.

Von März bis Mai ist Pflanzzeit für sommerblühende Blumenzwiebeln und -knollen. Damit die Blütezeit möglichst lange anhält, lohnt es sich, Freesien, Gladiolen, Lilien und andere Zwiebelblumen in Abständen von 14 Tagen zu setzen.

Besonders bei mehrjährigen Stauden lohnt es sich, genauer hinzusehen: Manche Pflanzen, wie Akeleien oder Glockenblumen, säen sich selbst aus und tauchen an neuen Stellen auf, während ihre ursprünglichen Standorte leer bleiben.

Stauden wie Pfingstrosen oder Funkien können über Jahre am selben Platz stehen, während andere regelmäßig geteilt und umgesetzt werden sollten, um kräftig zu bleiben. Der April ist dafür ein idealer Zeitpunkt. Auch das Versetzen von Zwiebelblumen wie Tulpen oder Narzissen direkt nach der Blüte sorgt dafür, dass sie sich an ihrem neuen Standort gut entwickeln können.

Wer eine Wildblumenwiese anlegen möchte, kann jetzt die Samen ausbringen. Viele Sommerblumen wie Mohn, Rittersporn oder Löwenmäulchen können direkt ins Beet oder in Balkonkästen gesät werden. Kälteempfindlichere Sorten wie Sonnenblumen oder Tagetes sollten zunächst im Haus oder Frühbeet vorgezogen und ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt werden.

Der April ist der perfekte Monat, um neue Beete oder Rabatten anzulegen. Bei der Vorbereitung des Bodens sollte dieser gründlich aufgelockert und von Unkraut, Steinen und Pflanzenresten befreit werden. In leichten Sandböden sorgt die Zugabe von Kompost oder Tonmehl für eine bessere Wasserspeicherung, während schwere Lehmböden durch Sand oder Laubkompost durchlässiger gemacht werden können.

Frühblüher wie Tulpen, Narzissen und Hyazinthen benötigen jetzt eine Extraportion Nährstoffe, besonders auf sandigen Böden. Ein spezieller Dünger für Zwiebelblumen versorgt sie optimal.

Bei allem, was jetzt gepflanzt oder gesät wird, ist der Standort entscheidend. Pflanzen haben spezifische Ansprüche an Boden, Licht und Nährstoffe. Wer diese berücksichtigt, fördert ein gesundes Wachstum und reduziert das Risiko für Schädlinge und Krankheiten.

Die meisten Stauden und Kräuter benötigen weniger Dünger, als oft vermutet wird. Auf lehmigen Böden sollte sparsamer gedüngt werden als auf sandigen. Organische Dünger wie Hornspäne, Kompost oder pflanzliche Jauchen – etwa aus Brennnesseln – versorgen die Pflanzen langfristig. Eine nachhaltige Alternative sind vegane Dünger auf Basis von Zuckerrüben- oder Malzresten sowie Schafwollpellets, die langsam Nährstoffe abgeben.

Nach der Blüte können Frühjahrsblüher wie Forsythien, Zaubernuss oder Winterjasmin zurückgeschnitten werden. Formgehölze wie Buchs in Kugel- oder Spiralform sollten ebenfalls jetzt geschnitten werden, um ein gleichmäßiges Wachstum zu fördern.

Sommerblühende Sträucher wie Schmetterlingsflieder oder Bartblume benötigen einen kräftigen Rückschnitt, da sie nur an jungen Trieben Blüten bilden. Hortensien hingegen sollten je nach Art unterschiedlich geschnitten werden: Während Rispenhortensien einen stärkeren Rückschnitt vertragen, sollten Bauernhortensien lediglich die verblühten Triebe entfernt bekommen.

Nach dem Winter zeigt der Rasen oft kahle Stellen, Moos oder gelbe Flecken. Damit er sich schnell erholt, ist eine Düngung mit Langzeitdünger ratsam. Etwa zwei bis drei Wochen später kann er kurz gemäht und anschließend vertikutiert werden.

Das Vertikutieren entfernt Moos und Rasenfilz und verbessert die Belüftung der Wurzeln. Tief wurzelnde Unkräuter wie Löwenzahn sollten ausgestochen und kahle Stellen nachgesät werden. Bereiche, in denen Frühlingsblumen wie Krokusse oder Narzissen wachsen, dürfen noch nicht gemäht werden.

Mit den steigenden Temperaturen erwacht das Leben im Gartenteich. Abgestorbene Pflanzenteile sollten entfernt und das Wasser teilweise ausgetauscht werden. Jetzt ist auch der ideale Zeitpunkt, um neue Wasserpflanzen zu setzen oder Teichgestaltungen wie Stege oder Wasserspiele zu ergänzen.

Im Nutz- und Staudengarten sollte der Boden aufgelockert, mit Kompost angereichert und Wildkräuter gejätet werden. Bei Frühlingsblühern wie Tulpen oder Narzissen dürfen nur die Samenstände entfernt werden, während die Blätter noch Kraft für die nächste Saison sammeln.

Robuste Kübelpflanzen dürfen jetzt wieder ins Freie. Empfindlichere Pflanzen, die drinnen überwintert haben, sollten jedoch langsam an die Außentemperaturen gewöhnt werden. Besonders Vorsicht ist bei direkter Sonneneinstrahlung geboten – Blätter, die im Winter wenig Licht bekommen haben, sind anfällig für Sonnenbrand. Ein schattiger Platz in den ersten Tagen oder die Nutzung von Schattiernetzen hilft den Pflanzen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Auch Zimmerpflanzen, die den Sommer draußen verbringen sollen, sollten nicht direkt in die volle Sonne gestellt werden. Für Pflanzen an Südfenstern oder in Gewächshäusern empfiehlt sich an sonnigen Tagen eine leichte Schattierung, um Verbrennungen zu vermeiden.