Ein Schmetterling, der an einem Sommertag scheinbar schwerelos von Blüte zu Blüte tanzt, gehört zu den schönsten Bildern im Garten. Leider wird dieser Anblick immer seltener. Rund zwei Drittel unserer heimischen Schmetterlingsarten gelten inzwischen als bedroht. Der Verlust natürlicher Lebensräume, monotone Gärten und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln machen den farbenfrohen Insekten das Leben schwer.
Die gute Nachricht: Jeder Garten – und sogar jeder Balkon – kann dazu beitragen, Schmetterlingen wieder einen Lebensraum zu bieten. Mit den richtigen Pflanzen und etwas mehr Natürlichkeit verwandelt sich jede Grünfläche in eine wertvolle Oase für Falter und viele andere Insekten.

Ein Garten voller Leben
Schmetterlinge brauchen weit mehr als nur schöne Blüten. Ein schmetterlingsfreundlicher Garten bietet Nahrung, Schutz, Plätze für die Eiablage und sichere Überwinterungsmöglichkeiten. Besonders wichtig ist ein durchgehendes Blütenangebot vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst. Nur so finden die Falter während ihrer gesamten Flugzeit ausreichend Nektar.

Zu den beliebtesten Nektarpflanzen gehören:
- Lavendel
- Thymian
- Wilder Majoran (Dost)
- Kartäusernelke
- Wiesen-Flockenblume
- Blut-Weiderich
- Wasserdost
- Prachtscharte
- Fetthenne
- Herbstastern
- Disteln

Ohne Raupen keine Schmetterlinge
So sehr wir die bunten Falter bewundern – ohne Raupen gäbe es keine Schmetterlinge. Deshalb reicht es nicht aus, nur Nektarpflanzen anzubieten. Viele Raupen sind auf ganz bestimmte Futterpflanzen angewiesen.

Brennnesseln sind beispielsweise die Kinderstube von Tagpfauenauge, Admiral oder Kleinem Fuchs. Der Schwalbenschwanz entwickelt sich an Fenchel, Dill oder Wilder Möhre, während Zitronenfalter auf Faulbaum und Kreuzdorn angewiesen sind.
Lassen Sie deshalb ruhig eine kleine wilde Ecke im Garten stehen. Brennnesseln, Disteln oder heimische Wildkräuter sind aus ökologischer Sicht besonders wertvoll.

Weniger Ordnung – mehr Natur
Ein perfekt aufgeräumter Garten ist für Schmetterlinge oft lebensfeindlich. Reisighaufen, Laub unter Sträuchern oder verblühte Stauden bieten vielen Arten wichtige Rückzugsorte und Winterquartiere. Auch Samenstände dürfen ruhig bis zum Frühjahr stehen bleiben – sie schützen nicht nur Insekten, sondern bieten zusätzlich Nahrung für Vögel.
Ebenso wichtig ist der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel. Sie schaden nicht nur Schmetterlingen, sondern auch Wildbienen, Käfern und vielen anderen nützlichen Gartenbewohnern.

Auch auf dem Balkon willkommen
Selbst wenn Sie keinen Garten besitzen, können Sie Schmetterlingen helfen. Ein Balkon mit blühenden Kräutern wird schnell zu einer beliebten Rast- und Nahrungsstation. Besonders geeignet sind Lavendel, Salbei, Oregano, Thymian oder blühender Schnittlauch. Lassen Sie Ihre Küchenkräuter einfach blühen – die duftenden Blüten liefern reichlich Nektar.
Weniger attraktiv sind dagegen viele klassische Balkonpflanzen wie Geranien, da sie nur wenig Nahrung für Insekten bieten.

Jeder Garten zählt
Schon kleine Veränderungen können eine große Wirkung haben. Heimische Blühpflanzen, Wildblumen, Kräuter, einige ungemähte Bereiche und der Verzicht auf Pestizide reichen oft aus, damit sich Schmetterlinge wieder wohlfühlen.

Je vielfältiger und naturnäher Ihr Garten gestaltet ist, desto größer ist die Chance, dass Tagpfauenauge, Admiral, Zitronenfalter oder Schwalbenschwanz regelmäßig zu Besuch kommen.
Denn jeder Quadratmeter Natur ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Schmetterlinge – und macht den Garten gleichzeitig lebendiger, bunter und artenreicher.