Der Sommer ist da – heiß, trocken, sonnig. Für Gartenfreunde bedeutet das vor allem eines: gießen, gießen, gießen. Doch nicht jede Bewässerung tut Ihren Pflanzen gut. Falsches Gießverhalten kann nicht nur schaden, sondern verschwendet auch kostbares Wasser.

Fehler 1: Gießen zur falschen Tageszeit
Ein häufiger Fehler ist es, mittags bei voller Sonneneinstrahlung zu gießen. In der Hitze verdunstet das Wasser, bevor es die Wurzeln erreicht. Tropfen auf den Blättern können sogar wie Brenngläser wirken und Verbrennungen verursachen.
Besser: Gießen Sie früh am Morgen – idealerweise zwischen 4 und 6 Uhr. Auch der späte Abend ist möglich, sofern die Temperaturen nicht mehr zu stark schwanken. Am Morgen nutzen die Pflanzen das Wasser am effektivsten, und das Risiko für Pilzbefall ist geringer.
Fehler 2: Zu häufiges Gießen
Viele Hobbygärtnerinnen und -gärtner wässern täglich, jedoch nur in kleinen Mengen. Das fördert oberflächliches Wurzelwachstum – bei Hitze oder Trockenheit leiden die Pflanzen dann umso schneller.
Richtig: Gießen Sie lieber seltener, aber dafür ausgiebig. So kann das Wasser in tiefere Bodenschichten eindringen, und die Wurzeln wachsen dorthin nach. Zwei bis drei kräftige Wassergaben pro Woche reichen oft aus.
Fehler 3: Falsche Wassermenge
Zu viel Wasser kann genauso schaden wie zu wenig. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule, vor allem bei trockenheitsliebenden Pflanzen. Kübelpflanzen hingegen benötigen häufigere Wassergaben, da die Erde schneller austrocknet.
Tipp: Achten Sie auf die Bedürfnisse einzelner Pflanzen. Große Blattmasse bedeutet mehr Wasserbedarf, während schattige Standorte weniger Wasser benötigen. Saatbeete und Jungpflanzen brauchen regelmäßige, aber sanfte Bewässerung.

Fehler 4: Kaltes Leitungswasser direkt verwenden
Leitungswasser ist praktisch, aber oft sehr kalt – insbesondere am Morgen. Kaltes Wasser kann empfindliche Pflanzen stressen und das Wachstum hemmen.
Besser: Füllen Sie Gießkannen vorab und lassen Sie das Wasser etwas stehen, damit es sich auf Umgebungstemperatur erwärmen kann. Noch idealer: Verwenden Sie gesammeltes Regenwasser – es ist weich, temperiert und kostenlos.

Fehler 5: Mit dem Rasensprenger gießen
Rasensprenger sind bequem, doch für Beete, Gemüse oder Sträucher meist ungeeignet. Viel Wasser verdunstet oder landet auf den Blättern – das kann Krankheiten fördern und ist wenig effizient.
Empfehlung: Gießen Sie bodennah und gezielt – mit Gießkanne, Brause oder Tropfschlauch. So gelangt das Wasser direkt an die Wurzeln, ohne unnötige Verluste.
Fehler 6: Trockene Erde sofort übergießen
Wenn Erde vollständig ausgetrocknet ist, perlt Wasser oft einfach ab oder läuft ungenutzt durch. Das Gießen bleibt wirkungslos.
Lösung: Gießen Sie in kleinen Etappen mit kurzen Pausen. So kann der Boden das Wasser besser aufnehmen. Alternativ hilft es, die Erde vorher vorsichtig aufzulockern oder Pflanzen von unten zu wässern (z.B. durch Tauchen bei Topfpflanzen).

Fehler 7: Ohne Mulch gießen
Offene Erdflächen verlieren durch Verdunstung schnell Feuchtigkeit. Zudem fördern sie Unkrautwuchs.
Tipp: Bedecken Sie Ihre Beete mit Mulchmaterial wie Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch. Auch in Pflanzgefäßen kann eine Mulchschicht helfen, die Feuchtigkeit zu halten und die Erde vor dem Austrocknen zu schützen.
Fehler 8: Auf kurze Regenschauer vertrauen
Ein wenig Regen täuscht häufig. Leichter Niederschlag befeuchtet meist nur die obersten Bodenschichten – die Wurzeln gehen leer aus.
Merke: Prüfen Sie nach einem Schauer, ob der Boden wirklich durchfeuchtet ist – z.B. mit einem Spaten oder dem Finger. Wenn nicht, sollten Sie zusätzlich wässern.

Fehler 9: Zu hoher Wasserdruck
Ein harter Wasserstrahl spült Erde weg und kann empfindliche Wurzeln freilegen. Das schadet besonders jungen Pflanzen und zarten Setzlingen.
Tipp: Verwenden Sie einen Brauseaufsatz oder eine Gießkanne mit feiner Tülle. So bringen Sie das Wasser schonend und gleichmäßig aus.

Fehler 10: Ohne Düngung gießen
Pflanzen benötigen nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe. Wer ausschließlich mit klarem Wasser gießt, riskiert Mangelerscheinungen – besonders bei stark zehrenden Pflanzenarten.
Am besten: Ergänzen Sie die Bewässerung regelmäßig mit organischem Dünger, Komposttee oder Pflanzenjauche. Achten Sie dabei auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze und überdüngen Sie nicht.

Fehler 11: Den Rasen zu kurz mähen
Ein kurz geschorener Rasen trocknet in der Sommerhitze schneller aus und wird anfälliger für Verbrennungen und Unkraut.
Optimal: Mähen Sie im Sommer nicht unter 4–5 cm Schnitthöhe. Der längere Aufwuchs schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und speichert Feuchtigkeit besser.

Extra-Tipp: Automatische Bewässerung nutzen
Tropfschläuche, Zeitschaltuhren oder smarte Bewässerungssysteme helfen, Ihre Pflanzen effizient und bedarfsgerecht zu versorgen – besonders bei größeren Gärten oder während Ihrer Abwesenheit im Urlaub.