Der Klimawandel stellt die Natur vor große Herausforderungen – auch Bäume sind davon betroffen. Immer häufiger leiden sie unter Hitzewellen, längeren Trockenphasen und Extremwetterereignissen. Während einige alteingesessene Baumarten mit den veränderten Bedingungen schwer zu kämpfen haben, gibt es andere, die sich als besonders widerstandsfähig erweisen: sogenannte Klimabäume. Doch was genau macht einen Klimabaum aus, und welche Arten eignen sich besonders für Gärten, auch für kleine Gärten?

Was sind Klimabäume?
Klimabäume sind Baumarten, die sich besonders gut an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Sie sind robust gegenüber längeren Trockenzeiten, hohen Temperaturen sowie starken Temperaturschwankungen. Auch Frost und gelegentliche Starkregenereignisse überstehen sie besser als viele herkömmliche Bäume. In Städten kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Klimabäume für den urbanen Raum müssen zusätzlich mit Luftverschmutzung, beengten Wurzelräumen und Bodenversiegelung zurechtkommen.

Warum ein Baum im Garten eine kluge Entscheidung ist
Grüne Städte sind die Zukunft – und als Gartenbesitzer können Sie aktiv dazu beitragen! Einen Baum zu pflanzen, ist eine nachhaltige Entscheidung mit vielen Vorteilen. Sie leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, sondern schaffen sich gleichzeitig eine natürliche, schattige Oase für heiße Sommertage.
Kein Sonnenschirm oder keine Markise kann es mit dem natürlichen Schatten eines Baumes aufnehmen. Sein dichtes Blattwerk schützt nicht nur vor der prallen Sonne, sondern sorgt durch Verdunstung auch für eine angenehme Abkühlung. Wer an heißen Tagen unter einem Baum entspannt, genießt nicht nur den Schatten, sondern auch ein frisches, angenehmes Mikroklima – ganz ohne künstliche Hilfsmittel.

Im eigenen Garten ist die Auswahl an möglichen Klimabäumen oft größer als im öffentlichen Raum, da Gartenbesitzer ihre Bäume besser pflegen und auf individuelle Standortbedingungen eingehen können. Wer einen neuen Baum pflanzen möchte, sollte daher nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild achten, sondern auch auf seine Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Klimabedingungen.
Mit der richtigen Auswahl tragen Klimabäume dazu bei, unsere Gärten und Städte auch in den kommenden Jahrzehnten grün und lebendig zu halten. Sie spenden Schatten, verbessern das Mikroklima und bieten Lebensraum für viele Tierarten. Wer sich also heute für einen Klimabaum entscheidet, investiert in eine nachhaltige und zukunftssichere Begrünung. Hier eine Auswahl von Klimabäumen für Gärten:

Zierapfel – Ein robuster Blickfang für den Garten
Der Zierapfel ist erstaunlich anpassungsfähig und kommt selbst mit warmen Sommern gut zurecht. Als Großstrauch oder kleiner Baum erreicht er eine Höhe und Breite von etwa vier bis sechs Metern. Je nach Sorte schmückt er sich im Mai mit einer üppigen Blütenpracht in Weiß, Rosa oder Rot. Im Herbst folgen dekorative, kleine Früchte in leuchtenden Gelb-, Orange- oder Rottönen, die nicht nur das Gartenbild bereichern, sondern auch Vögel anlocken. Dank seiner Vielseitigkeit lässt sich der Zierapfel hervorragend mit anderen Pflanzen unterpflanzen und fügt sich harmonisch in jede Gartengestaltung ein.

Weidenblättrige Birne – Ein eleganter Blickfang für trockene Standorte
Die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia) beeindruckt mit ihrem malerischen Wuchs und einer außergewöhnlichen Blattschmuckwirkung. Der vier bis sechs Meter hohe Kleinbaum ist besonders anpassungsfähig, frosthart und trotzt mühelos Hitze sowie Trockenheit. Besonders beliebt ist die überhängende Sorte ‘Pendula’, die mit ihren schmalen, silbergrauen Blättern mediterranes Flair in den Garten bringt. Im April und Mai zieren zahlreiche weiße Blüten das Gehölz, aus denen sich später kleine, nicht essbare Früchte entwickeln.

Baum-Magnolie – Elegante Blütenpracht im Frühling
Die aus Japan stammende Baum-Magnolie (Magnolia kobus) wächst als großer Strauch oder kleiner Baum und kann eine Höhe von bis zu 10 Metern erreichen. Mit einem jährlichen Zuwachs von etwa 30 Zentimetern entwickelt sie sich stetig zu einem imposanten Blickfang. Noch vor dem Laubaustrieb entfaltet sie zwischen April und Mai ihre beeindruckenden, reinweißen Blüten. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige, tiefgründige und feuchte Böden. Zudem ist sie äußerst frosthart und anpassungsfähig.

Eisenholzbaum – Robust und farbenprächtig
Der aus Vorderasien stammende Eisenholzbaum (Parrotia persica) gehört zur Familie der Zaubernussgewächse und wächst als Kleinbaum bis zu 10 Meter hoch und breit. Seine leuchtend roten Blüten erscheinen im März, noch vor dem Blattaustrieb. Im Herbst begeistert er mit einer intensiven Laubfärbung. Der Eisenholzbaum bevorzugt sonnige Standorte mit durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Er ist frosthart, widerstandsfähig und kommt gut mit Stadtklima zurecht.

Elsbeere – Baum mit Mehrwert
Die Elsbeere (Sorbus torminalis) ist ein heimischer Baum, der 5 bis 20 Meter hoch werden kann. Ihre ahornähnlichen Blätter leuchten im Herbst in warmen Farben. Von Mai bis Juni erscheinen weiße Blütendolden, die Insekten anlocken, gefolgt von essbaren, bronzefarbenen Früchten. Die Elsbeere gedeiht an warmen, sonnigen Standorten mit nährstoffreichen, kalkhaltigen Böden. Sie ist frosthart, hitze- und trockenheitsresistent – ideal als Klimabaum für Gärten und Wälder.

Esskastanie – Ein langlebiger Klimabaum
Die Esskastanie (Castanea sativa) wächst bis zu 30 Meter hoch und kann 500 Jahre alt werden. Sie ist hitze- und trockenheitsresistent, sturmfest und liebt warme Standorte. Ab Mai trägt sie cremeweiße Blüten, im Herbst färbt sich ihr Laub gelb. Die leckeren Maronen reifen im Oktober und fallen aus ihren stacheligen Hüllen. Der Baum bevorzugt tiefgründige, gut durchlässige Böden und meidet Staunässe.

Kupfer-Felsenbirne – Robust und nützlich
Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) ist ein hitze-, frost- und trockenheitstoleranter Strauch oder Kleinbaum (4–6 m). Sie bietet Nahrung für Bienen und Vögel und begeistert im Herbst mit purpurner Färbung. Die heidelbeerähnlichen Früchte reifen im Juli heran und sind auch roh essbar und äußerst schmackhaft. Anspruchslos wächst sie auf mäßig trockenen bis feuchten Böden, ob sauer oder leicht kalkhaltig.

Blasenbaum – Klimabaum für kleine Gärten
Der Blasenbaum (Koelreuteria) mit seinem mehrstämmigen Wuchs und der schönen schirmförmigen Krone gehört zu den Klimabäumen, die sich für kleine Gärten eignen. Im Sommer erscheinen gelbe Blütenrispen, im Herbst folgen lampionartige Fruchtkapseln und eine gelborange Laubfärbung. Anspruchslos und sonnenliebend, eignet er sich ideal für kleine Gärten.

Lederhülsenbaum – Attraktiver Klimabaum
Der Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos) trägt seinen Namen wegen der schotenartigen Früchte. Seine duftenden Blüten locken im Juni und Juli zahlreiche Insekten an. Der Baum kann bis zu 20 m hoch werden, während dornenlose Sorten wie ‘Ruby Lace’ und ‘Sunburst’ mit 7–10 m kompakter bleiben.

Seidenbaum – ein exotischer Klimabaum
Der Seidenbaum (Albizia julibrissin), auch Schlafbaum oder Seidenakazie genannt, stammt ursprünglich aus Asien und hat sich mittlerweile auch in wärmeren Regionen Europas etabliert. Wegen seiner früheren Kälteempfindlichkeit wurde er meist als Kübelpflanze gehalten, doch mit steigenden Temperaturen wird er zunehmend in Gärten ausgepflanzt. Besonders im Mittelmeerraum ist der Seidenbaum als Ziergehölz weit verbreitet.

Apfeldorn – Ein Baum für jede Jahreszeit
Der Apfeldorn (Crataegus lavallei ‘Carrierei’) wächst bis zu 5–7 Meter hoch, lässt sich aber auch als Kübelpflanze kleiner halten. Er begeistert das ganze Jahr: weiße Blüten im Frühjahr, tiefgrünes Laub im Sommer, leuchtende Herbstfärbung und rote Beeren im Winter. Robust, frosthart und hitzetolerant gedeiht er in fast allen Böden – nur Staunässe sollte vermieden werden.